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Grußwort von Erzbischof Dr. Alois Kothgasser
Liebe Schwestern und Brüder!

Alles Leben kommt aus dem Atem Gottes. Es ist ein Geschenk, das wir ehrfürchtig und dankend annehmen sollen.
Von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende liegt das Leben nicht in der Verfügungsmacht des Menschen, sondern in Gottes Hand.
Um dieses Bewusstsein zu stärken, wach zu halten und wo notwendig neu zu wecken, braucht die Gesellschaft die Stimme der Kirche. Und noch mehr braucht sie die gelebten Zeugnisse aller Christinnen und Christen. Darum möchte ich mich bedanken bei allen Eltern, die Ja zum Leben ihres Kindes sagen; bei allen Vätern und Müttern, die ihren Kindern den Wert des Lebens vorleben und weitergeben;
bei allen, die mit großer Aufopferung Alte und Kranke pflegen. Sie alle sind Zeichen der Hoffnung.
Blicken wir auf unser eigenes Leben: von seiner Empfängnis und Geburt bis zum heutigen Tag, von der Zeit der Jugend bis zum Altwerden. Jedem Einzelnen von uns hat Gott das Leben geschenkt und die Zeit, es zu gestalten. Und niemals können wir, da uns das Leben selbst geschenkt wurde, das Recht beanspruchen, über das eigene Leben oder das anderer zu entscheiden.
„Gott ruft uns beim Namen!“ Mit dem Geschenk des Lebens geht Gott eine persönliche Beziehung zu uns ein. Wir sind eingeladen, diesem Ruf Gottes mit ganzem Herzen zu antworten, damit wir unsere eigene Berufung immer besser entdecken und leben können. Die Grundberufung ist die Berufung zum Leben;
die Antwort darauf ist, das Leben als Berufung anzunehmen und zu gestalten.
Die Kirche von Salzburg feiert eine „Woche für das Leben“. In dieser Woche wollen wir ganz besonders an diese Beziehung erinnern. An die Rechte und Pflichten: das Recht auf Leben und die Pflicht, das Leben zu schützen. Feiern wir das Leben, indem wir es annehmen und Gott, dem einzigen Herrn des Lebens, dafür danken.

Erzbischof Dr. Alois Kothgasser